Mittwoch, 16. September 2015

Ankommen in der fremden Heimat

Fünf Schritte…… vier Schritte……. drei…. zwei…. eins und dann stand ich wieder mitten drin in meinem Zimmer. Diesen Moment zu beschreiben ist ziemlich schwer. Ich stand einfach nur da mit meinem Rucksack auf dem Rücken und der Zeitung von vor drei Tagen aus Neuseeland in der Hand, die es kostenlos am Flughafen gab. Es ist seltsam wieder zu Hause zu sein. Es sieht fast alles noch gleich aus, es riecht gleich und es fühlt sich zu Hause noch genauso an wie davor. Und während ich so in meinem Zimmer stand habe ich realisiert, dass sich nicht meine Umgebung verändert hat sondern ICH MICH. Ich glaube durch das Auslandsjahr bin ich viel offener geworden, spontaner, hilfsbereiter und selbständiger. Ich habe Erfahrungen gesammelt, Abendeuer erlebt und Erinnerungen im Gepäck, die ein ganzes Leben bleiben. Und ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass ich ein bisschen von den neuseeländischen Eigenschaften mit nach Deutschland gebracht habe. Das freundliche Lächeln immer und überall, die Hilfsbereitschaft, die Spontanität und das Lebensmotto „no worries“ (Mach dir keine Sorgen, wird schon alles gut gehen).

Jetzt bin ich schon ganze 7 Wochen zu Hause. Und ihr habt lange auf diesen letzten Eintrag gewartet. Doch das Ankommen braucht einfach Zeit und ihr wisst wie schwer es mir fiel meine Koffer zu packen und zurück in meine alte Heimat zu fliegen. Ihr könnt euch denken, dass es einfach Zeit braucht sich neu einzugewöhnen, wieder Deutsch zu reden und überall um einen herum zu hören, die Autos auf der anderen Seite fahren zu sehen,… Ich war einfach noch nicht so weit zu sagen, dass es zu Ende ist und soweit mit diesem Blogeintrag zu akzeptieren und zu reflektieren was für eine unfassbar tolle Zeit ich hatte. Sieben Wochen!!! Das hört sich vielleicht so lang an, aber das ist es eigentlich gar nicht. Die meiste Zeit in den Ferien habe ich damit verbracht mich mit Freunden zu treffen und einfach mal wieder entspannt live zu reden. Ohne Angst, dass die Skype Verbindung sich verschlechtert oder ganz abbricht, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass die Zeit doch zu schnell rum ging und ein Blick zur Uhr, 2 Uhr Mitternacht verrät. Doch leider war da auch noch was anderes nämlich Mathe. Denn das kam die letzten Monate doch etwas zu kurz. So habe ich mich drei Wochen lang jeden Morgen aus dem Bett gequält um mit meinem Nachhilfelehrer das verpasste nachzuholen. 

Und wie geht es jetzt weiter?? Erst einmal geht für mich so langsam die Schule wieder los und meine Klasse wurde von Year 12/13 zur Jsg. I. Das nächste große Ziel ist mein Abi, was ich hoffentlich in zwei Jahren stolz in der Hand halten kann :D Und danach? Danach sehe ich, was das Leben für mich bereit hält und man darf ja immer weiter träumen. Und so träume ich davon, dass ich irgendwann eines Tages wieder  dorthin zurück darf, wo ich so eine unfassbar tolle Zeit erleben durfte und Erfahrungen und Erinnerungen sammeln, die mich mein Leben lang begleiten werden. 

Ganz zum Schluss möchte ich mich bei allen unglaublich tollen Menschen bedanken, die meine Zeit in Neuseeland unvergesslich gemacht. Ein Austauschjahr ist ein bisschen wie ins kalte Wasser springen. Man lässt alles hinter sich, ohne zu wissen was kommen wird. Es war, vor allem am Anfang, nicht immer einfach in einem Land zu leben ohne die Sprache fließend zu sprechen, ohne die Kultur zu kennen und ohne meine Freunde und meine Familie. Doch das ist genau was ein Auslandsjahr ausmacht. Ich habe gelernt über mich selbst zu springen und Menschen zu vertrauen, die einst nur Namen auf einem Blatt Papier waren. Und ich bin so unglaublich froh und dankbar, dass ich sagen kann: „Ich habe es geschafft. Geschafft meinen großen Traum in Wirklichkeit zu verwandeln und noch mehr. Ich habe ein Abenteuer erlebt, dass meinen Traum mehr als übertroffen hat.“
Danken möchte ich:

  • meinen Lehrern sowohl in Deutschland als auch in Neuseeland, die mir unglaublich geholfen haben und mich vor, während und nach meinem Aufenthalt durch gute Ratschläge und Extraerklärungen so unterstützt haben.

  • meiner Organisation Hausch&Partner, die das ganze erst möglich machte und meinen großen Traum in Wirklichkeit umgesetzte. Ich bin so froh bei euch in guten Händen gewesen zu sein und immer jemanden gehabt zu haben, der da ist und hilft wenn man ihn braucht.

  • meinen Koordinatoren von der Schule in Neuseeland, die mehr als genug zu tun hatten um mich im Schultag zu unterstützen. Danke für die Hilfe und vor allem für Ausflüge und Konzerttickets.

  • meinen Bloglesern. Ihr seid einfach genial. Ich möchte mich dafür bedanken, dass ihr meinen Blog so fleißig gelesen habt, dass mein Blog bei einigen die Tageszeitung ersetzt hat und ihr gespannt verfolgt habt, was ich in Neuseeland erlebt habe. Vor allem möchte ich an dieser Stelle ganz liebe Grüße nach Argentiniern schickten. Hier wurde mein Blog fast so viel aufgerufen wie in Deutschland. Und dass, obwohl ich meine Leser dort leider nicht persönlich kenne.

  • meinen  Freunden, Bekannten und meiner Gastfamilie in Neuseeland. Ihr habt mich so herzlich aufgenommen obwohl ich für euch eine „Fremde“ war. Ihr wusstet, dass meine Zeit in Neuseeland irgendwann zu Ende geht und trotzdem habt ihr mich ins Herz geschlossen und dafür liebe ich euch. Ich vermisse euch alle ganz dolle und hoffe, dass wir uns irgendwann wiedersehen. Auch wenn es erst in 20 Jahren ist.

  • meinen  Freunden, Bekannten,Verwandten und meiner Familie in Deutschland. Ihr habt mich gehen lassen und mich unterstützt obwohl ihr wusstet, dass die Zeit von Januar bis Juli ziemlich lang sein kann. Ihr wart immer für mich da, auch wenn dem ein oder anderen bewusst wurde, dass 18 000 km ziemlich weit weg sind. Danke für alle lieben Willkommenspartys und das nette Begrüßungskomitee. Ich bin froh euch alle wieder zu haben.

  • und zuletzt möchte ich meinen Eltern danken. Danke Mama und Papa ihr seid einfach die besten Eltern. Ohne euch wäre alles immer noch ein Traum. Danke für euer Vertrauen mich gehen zu lassen und Danke für eure Unterstützung ohne die ich nach Neuseeland wahrscheinlich hätte schwimmen müssen um dann festzustellen, dass man nur von Kiwis doch nicht überleben kann.

Danke euch allen ich hab euch lieb 



Barbara

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