Freitag, 26. Juni 2015

United we cheer


Die Nachricht, dass ich hier jetzt unter den Cheerleadern bin hat in Deutschland große Schlagzeilen geschlagen. Die einen haben schon gedacht ich bin ein typisches stereotypes Cheerleading-Girl geworden. Aber nein ich kann euch beruhigen ich bin immer noch ich :D

Ich dachte mir irgendwie musste ich das hier auch mal erwähnen und nach vielen Nachfragen erzähl ich euch einfach mal von einem Wettkampf der Anfang des Montags stattfand. Ja ist schon ne Weile her aber defektiv was, was hier erwähnt werden sollte. 

Einige von meinem Team haben zusätzlich neben dem Schulteam noch ein Club Team, wofür sie trainieren und auf Wettkämpfen antreten. Und da dort für viele ein großer Wettkampf Anstand und mich das brennend interessiert hat bin ich einfach mal mitgefahren und habe alle ganz dolle angefeuert.

Es war echt beeindruckend, wie gut einige Teams waren. Es hat schon mit dem großen Aufwärmen begonnen, wo alle in Handstand, Flick-Flack, Rad und Co. über den Boden geturnt sind. Ich bin zwar mittlerweile in Sachen Boden turnen um einiges besser geworden, aber das was ich da gesehen habe, hat mich echt staunen lassen. Die trainieren das seit Jahren und das ist eindeutig zu sehen.


Der Wettkampf an sich lief so ab, dass die Teams nacheinander auf einer Art Bühne aufgetreten sind und von (ich glaube es waren 6 oder 8) verschiedenen Jury Mitgliedern bewertet wurden. Ich habe keine Ahnung wie viel ihr vom Cheerleadern wisst, aber es ist definitive nicht mit bunten Buscheln wedeln und wild durch die Gegend rum hüpfen. Cheerleadern ist eine Art von Kombination aus Tanzen und Bodenturnen im Team. Alles funktioniert auf dem Boden und in der Luft.




Am Ende vom Tag wurden die besten Teams und nochmal einzeln die besten Sportler geehrt. Die zwei Teams für die ich ganz stark die Daumen gedrückt habe wurden beide 2. Und wir waren alle extreme stolz auf die klasse Leistung.

Ich drücke auch meinem Schulteam unglaublich die Daumen, dass sie bei den Wettkämpfen in Term 3 gegen andere Schulen genauso tolle Ergebnisse bekommen. Guys ihr packt das!!

Dienstag, 23. Juni 2015

Innerliches Tauziehen

So langsam rennt mein Countdown immer weiter nach unten jetzt sind nicht mal mehr zwei Schulwochen übrig bis die Ferien beginnen. In weniger als zwei Wochen muss ich mich von all meinen Freunden verabschieden und mein Alltagsleben hinter mir lassen.


Das ganze fällt mir extrem schwer und führt dazu, dass ich nachts meistens nicht schlafen kann und wenn, dann nur mit Tränen in den Augen. In mir läuft ein ewig langes Bilder Kopf Kino ab mit all den unglaublichen Momenten, die ich hier erlebt hatte und unglaublich tolle Menschen die zu engen Freunden geworden sind. Und ich weiß es ist vorbei. Ich weiß ich muss das ganze hinter mir lassen. Ich will nicht schlafen, weil schlafen bedeutet es ist wieder ein Tag vergangen. Wieder ein Tag weniger bis zu meinem Abflug. Was in mir abläuft ist schwer zu beschreiben, aber ich glaube Tauziehen trifft es am besten. Auf der einen Seite steht Deutschland mein altes Leben, meine Familie und meine Freunde und auf der anderen Seite steht Neuseeland, mein zweites zu Hause, meine Abenteuer, meine Schule, Freunde, Sport,… Und Ich stehe irgendwo zwischendrin als passives Mitglied. Ich habe keinen Einfluss auf das was da Abläuft. Und das schlimmste ich weiß, welche Seite gewinnen wird. Momentan ist Neuseeland noch viel viel stärker, aber sie lassen nach und ganz langsam sieht man, wie sie die Kraft verlieren. Und das Seil immer mehr Richtung Deutschland wandert. Neuseeland versucht sich mit Armen und Füßen zu wehren und gibt alles, aber ich weiß sie werden es nicht schaffen. Es ist vorbei. Ich muss wirklich nach Hause. Sie sagen, man muss gehen, wenn es am schönsten ist. Sie sagen, wenn du nachts nur noch heulend einschlafen kannst, war es ein Erfolg. Aber niemand hat mich vorgewarnt, wie schwer es ist Abschied zu nehmen. Zu wissen, ich kann zwar wieder kommen, aber es wir nie wieder so sein wie es jetzt ist. Meine Freunde werden zur Uni gehen und nie wieder wird es das Fecht- und Cheerleadingteam geben, was wir jetzt haben. Klar gibt es das noch, aber es wird sich verändern. Es wird nicht mehr das gleiche sein. Der beste Moment ist jetzt. Jetzt und wie es war in den letzten 6 Monaten. Und am liebsten will ich einfach die Zeit anhalten. Eine Stoppuhr nehmen auf Pause klicken. 

Lange habe ich versucht nicht an meinen Abflugtermin zu denken. Einfach zu ignorieren, aber es geht nicht. Und als ich letzte Woche von der Schule zum wiederholten Mal aufgefordert wurde endlich die Flugdaten zu bringen stand fest: meine Zeit nähert sich wirklich dem Ende zu und ich muss der Tatsache ins Auge schauen. Auch meine Freunde haben schon unvorstellbarsten Ideen entwickelt, wie sie es schaffen wollen mich hier zu behalten. Aber es wird sind im Endeffekt nichts ändern und auch meine Flugdaten werden sich nicht von Zauberhand um Tage nach hinten verschieben. Die Hobbits werden nicht kommen und meinen Reisepass stehlen und in Neuseeland sieht es nicht so aus als würden die Flugzeugpiloten streiken, wie sie es in Deutschland so gerne machen. Es ist Zeit Abschied zu nehmen und ich muss gerade so arg weinen, dass ich es kaum schaffe, diesen Blog Eintrag fertig zu schreiben. Zwei Wochen hören sich für euch vielleicht viel an, aber wenn ich daran denke, wie schnell das halbe Jahr nur so an mir vorbeigeflogen ist und wie schnell mein Countdown sich Richtung 0 nähert, sind zwei Wochen nichts. Vor allem da ich mein Körper sich dazu entschlossen hat jetzt krank zu sein und ich mit einer dicken Decke und ner Tasse Tee in meinem Bett liege. Aber ich versuche mir einzureden, dass es doch noch ein paar Tage sind und ich gebe mir wirklich Mühe das Beste daraus zu machen. Denn das ist meine Zeit und sie soll so lange wie möglich in meinen Erinnerungen bleiben. Und am Ende von diesem Post bin ich froh, dass ich das nicht mit Tinte geschrieben habe, sonst könnte man jetzt kein Wort mehr lesen.

Freitag, 19. Juni 2015

ein bisschen Nachtleben mit Klassik

Habe ich schon erwähnt, dass die Schule hier echt klasse ist? Ich habe offiziell die Erlaubnis bekommen nachts in Wellington rumzulaufen und ein bisschen ins Nachtleben von der Hauptstadt Neuseelands reinzuschauen. Nicht schlecht :D

Um ehrlich zu sein, war das Ganze mit einem Konzertbesuch des NZSO (New Zealand Synphonie Orchestra) am Freitag- und Samstagabend verbunden, trotzdem gab es genügend Zeit durch die Straßen zu bummeln und das Klima auf einen wirken zu lassen. Und ich muss sagen, es war echt beeindruckend und jeder, der nie bei Nacht in Wellington war, verpasst echt was.
Begonnen hat alles mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Hafen und wir hatten den perfekten Tag erwischt. Der ganze Himmel hat sich langsam rot gefärbt und die die Lichter an den Häusern sind nach und nach angegangen.



Hier gibt es einen Mitternachtsmarkt, den man sich mit den ganzen Buden ein bisschen, wie einen Weihnachtsmarkt vorstellen kann nur, dass es zu 90% Essen gab. Sogar deutsche Wiener konnte man kaufen, obwohl man dann doch etwas Vorstellungskraft brauchte um an den Geschmack an Wiener ranzukommen. Über den Markt war eine Lange Girlande mit chinesischen Papierlampen gespannt und an jeder Ecke haben Straßenmusiker die Nacht zum Leben erweckt und die Leute angelockt. Es war ein ziemliches Gewusel von Leuten und ich dachte immer Neuseeländer gehen früh ins Bett :D




Die Konzerte waren der Wahnsinn. Das Freitagskonzert nannte sich die große Wagner Gala und war stark mit genialer deutscher Musik geprägt. Ich fand es total lustig, als die Soloopernsänger angefangen haben in Deutsch zu singen und meine Freunde mich angestupst haben und wir alle anfangen mussten zu lachen. Verstanden habe ich‘s trotzdem nicht so ganz. Operngesang ist dann nochmal ne Nummer für sich. Zu dem ganzen lief die Englische Übersetzung auf einer Leinwand und es war hundertmal einfach das einfach zu lesen. Ich muss sagen hier hätte es nicht geschadet nochmal jemanden drüber lesen zu lassen :D Manche Sachen waren dann doch sehr weit hergeholt übersetzt und an manchen Stellen musste ich mich extrem stark Zusammenreißen um nicht zu lachen. 


Ja wir saßen ziemlich weit vorne :)
Im Samstagskonzert gab‘s wieder deutsche Musik, diesmal Beethoven mit dem Violin Concerto in D Major und danach eine Finnische Suite namens Lemminkäinen. Neuseeland hat einfach nicht DIE Komponisten und Musiker, da müssen sie Musik vom andern Ende der Welt Spielen :D Ich fand das Samstag Konzert noch um einiges besser als das am Freitag. Es kann gar nicht sagen warum. Mir hat der Beethoven einfach unglaublich gut gefallen und es war ein Special Konzert für den Dirigenten, indem alle ihm besonders Gedankt haben für die gelungenen vergangenen Jahre. Am Ende haben die Zuschauer bunte Luftschlangen auf die Bühne geschmissen und das sah klasse aus und für mich ein Moment, den ich definitiv nie vergesse werde. 

P.S. Thanks so much for the tickets G.M.

Montag, 15. Juni 2015

Days Bay und die alte Kirche

Worüber ich jetzt schreibe ist dann doch schon ganze zwei Wochen her, trotzdem ist es einen Blogeintrag wert und ich möchte es euch nicht vorenthalten.


Früh morgens ging’s los und ich glaub so früh war ich noch nie in Wellington. Als ich zu Hause los bin, war es fast noch dunkel. Das erste Ziel war der Hafen und das Ticketoffice für die Fähre.

http://eastbywest.co.nz/wp-content/themes/eastbywest/img/right-col-map.jpg
Geplant haben wir einen Tagesausflug von Queens Warf (Wellington) über
Matiu Somes Island zu Days Bay
Nachdem wir sicher unsere Tickets hatten ging’s erst mal in das nächste Kaffee Wach war ich immer noch nur halb :D

Da wir noch unendlich viel Zeit hatten sind wir zu einen alten Kirche gelaufen, die in der Nähe vom Bahnhof ist. Und es hat sich gelohnt. Die Kirche ist wunderschön. Innenbesteht fast so gut wie alles aus Holz und es läuft Musik, die den Ort einfach zu was Besonderem macht. Wir wurden freundlich von einem Aufpasser begrüßt, der als er erfahren hat, dass ich deutsche bin, total aus dem Häuschen war. Die Orgel ist von Deutschland, das Kirchenfenster, … und ihr müsst euch unbedingt den Altar anschauen,… und habt ihr schon die Musik bemerkt unglaublich,… Ich glaube der wusste einfach zu jedem Stein in der Kirche das Herkunftsland :D Aufdringlich war er in keinster weiße und ich fand es ziemlich spannend ihm zuzuhören. Mittlerweile war ich auch ein zweites Mal in der Kirche und ich fand es überhaupt nicht so schön. Woran lag’s?? Es war Mittagszeit und in der Kirche haben sich nur so Touristen getummelt. Es war laut und dass man normalerweise in der Kirche schweigt, ist wohl bei den Japanern nicht so ganz angekommen. Das gemurmel und gerede hat einfach die Stimmung und die Wirkung von der Kirche total zerstört. Es kommt wirklich auf den Tag und die Zeit an in der man in die Kirche geht. Wenn sie leer ist, ist sie einfach unglaublich toll. 

Old Saint Paul’s Church Wellington




Die Kirche wurde im Stil der Neugotik im 19. Jahrhundert gebaut
Nach der Kirche hat unsere Fähre gewartet und dann ging es mit starkem Wind in den Haaren und großem hin und her geschaukel auf nach Days Bay. Seekrank wurde ich ein Glück nicht. Puh!!

ein Blick auf Wellington
ein paar Segler auf dem Weg

Matiu Somes Island, hier sind wir nur vorbeigefahren. 
Ist eine kleine Insel in der Nähe von Wellington

außer ein bisschen Wald gibt es darauf nicht zu sehen :D

Viel zu sehen gibt es da im Winter nicht, da es normalerweise eher ein Sommerort ist, mit einem unglaublich tollen Strand zu baden. Mist hätten wir das mal früher machen sollen. Da die Fähren hier nur ungefähr alle 4 Stunden kommen hatten wir ausreichend Zeit für eine kleine Runde durch den Ort und durch den anliegenden Wald zu laufen.

Days Bay


ein Blick auf das vernebelte Wellington


Gegen Ende habe ich den schlechtesten Milchshake aller Zeiten getrunken und dann hieß es auch schon zurück nach Wellington. Hier ist mittlerweile die Sonne am Untergehen gewesen und wir hatten zum Abschluss einen wunderschönen Sonnenuntergang mitten am Hafen in Wellington. 


P.S. Thanks for some of the pictures Anna and Franzi :D