Dienstag, 31. März 2015

Deutsches Brot


Wenn man einen Austauschschüler fragen würde, wie viel er für er ein gutes deutsches Brot geben würde, würde JEDER antworten er würde dafür sterben. Deutsches Brot ist in so gut wie jedem Land Mangelware. Der weiche, weiße Sandwich-Toast übernimmt hier den Markt. Und das deutsche Brot ist leider unbekannt und so gut wie nicht zu bekommen. Um dann doch ein paar Leuten, dass Leben zu retten gibt es in Neuseeland ganz wenige deutsche Bäckereien. Und mir uns einer anderen deutschen Austauschschülerin war klar, die müssen wir ausfindig machen. 

Nachdem wir vor ca. 4 Wochen in Wellington gescheitert sind. Nach der Frage im Reisebüro, wo sich denn die nächste Deutsche Bäckerei befindet, meinte die Frau nur zu uns: das ist so ziemlich die aller schwerste Aufgabe die sie jemals in ihrer Karriere bekommen hat und meinte dann nach gefühlten 20 Minuten Internetsuche, wir müssten eine ganze Stunde zur nächsten laufen. Na toll. Das hatten wir uns so nicht vorgestellt und mit ihrer japanischen Gastschwester im Schlepptau, wollten wir einfach nicht durch ganz Wellington rennen. Aber wir haben uns versprochen: wir probieren das nochmal, und wir finden die Bäckerei.

Wir haben am Samstag keine lange Anfahrt und kein Regenwetter gescheut. Denn auch unter erschwerten Bedingungen, kann einen nichts mehr halten, wenn die Aussicht nach Abendessen mit deutschem Brot so nahe ist. Wir sind ganze 60 min mit dem Bus nach Petone gefahren. Petone ist ein Vorort von Lower Hutt und hat neben drei Grundschulen eigentlich nicht viel mehr zu bieten, wäre da nicht die Deutsche Bäckerei. Gefunden haben wir sie relativ schnell auch, wenn es eher ein zufälliger Blick aus dem veregneten Busfenster war und wir aus dem Augenwinkel das Schild von der Bäckerei erkannt haben :D Beim nächsten Busstopp hieß es raus und alles wieder durch den Regen zurücklaufen.
Doch es hat sich gelohnt. Die Bäckerei war echt unsere Rettung. Sie war zwar wirklich richtig klein, aber es gab Brot. Richtiges deutsches Brot. Und Brezeln. Die Brote hatten sogar alle deutsche Namen und da wir nicht wussten ,ob die Verkäufer uns verstehen, wenn wir die Namen deutsch aussprechen, haben wir versucht es so gut es geht englisch auszusprechen, was in einem Lachflash geendet hat.
das ist sooo süß gemacht :D
Wir haben uns zusammen ein Badisch Dunkel gekauft. Und ich musste einfach eine Brezel zum sofort essen haben, die um einiges schlechter als in Deutschland geschmeckt hat. War irgendwie so ein bisschen trocken, aber es war eine Brezel und das zählt :D 
Ihr glaubt bestimmt nicht, was das für ein tolles Gefühl es ist ein deutsches Brot in der Hand zu halten, wenn man das ganze soooo lange nicht mehr hatte. Man lernt hier echt zu schätzen, was gutes Brot wirklich heißt. Und wie glücklich man sich schätzen kann, wenn man in Deutschland jeden Tag davon essen kann.
Franzi uns ich mit der Vorfreude auf deutsches Brot.
Endlich!!!
Da wir die Bäckerei schneller ausfindig gemacht haben als gedacht, sind wir nach Lower Hutt zur Mall gefahren. Dort sind wir in den nächsten Kinofilm gegangen der lief, ohne Ahnung, was es sein wird und ohne davor zu wissen, um was es geht. Wir sind in Insurgent gelandet. Der 2. Teil von der Bestimmung und ich war unglaublich begeistert. Denn mir hat der Film wirklich gut gefallen. Durch unsere Taktik haben wir die Werbung verpasst (Oooo Schade, eine Runde Mitleid :D)und sind in einem Film gelandet, von dem ich nicht mal wusste, dass es ihn schon im Kino gibt. Und der einfach nur unglaublich klasse war. Irgendwie sollte ich so Aktionen öfter mal machen :D 

Doch was wir nicht bedacht hatten, dass man um das Brot zu teilen auch ein Messer benötigt. Da sind wir nichts ahnend in den Laden mit den Messern reingelaufen und da stand unsere Koordinatorin von der Schule. Erst schauen wir uns einen Kinofilm mit viel Rumgeballer an und gehen  dann anschließend ein Messer kauen :D Genau das Verhalten, welches Koordinatoren von Internationalen Schülern nicht erwarten. Ja wir haben dann freundlich hallo gesagt, das billigste Messer geschnappt und schnell wieder aus dem Laden verschwunden. Hätte wir nicht wirklich dringend das Messer gebraucht, wären wir ohne kaufen wieder rausgegangen :D

Das Brot war übrigens richtig richtig gut. Und uns ist klar wir kommen wieder. Denn ohne deutsches Brot ist man echt nahe daran zu verhungern.Klar wird man auch von Toast irgendwann satt. Aber man braucht mindestens 10 Scheiben um dasselbe Sättigunggefühl zu erreichen, wie mit einer Scheibe dunkles deutsches Brot.

das beste Abendessen seit langem <3

!!!Achtung!!! durch die Zeitumstellung in Deutschland ist der Zeituterschied zu Neuseeland nur noch 11 Stunden, keine 12 Stunden wie davor. Hier wurde nämlich die Zeit noch nicht umgestellt.
Wenn jetzt in Neuseeland 31.03. und 18.00 Uhr abends ist, ist in Deutschland der 31.03. und 7 Uhr morgens.

P.S. An alle Weltenbummler in Neuseeland, die jetzt ach Hunger auf deutsches Brot bekommen haben. Es gibt die Bäckereikette "Brezel Mania", "Diehl s Backery" oder "Taste of Europe" die sind in ganz Neuseeland verteilt und da werdet ihr ganz sicher fündig. Einfach Adresse in der Nähe googeln und schon seit ihr ganz nah dran :D Ansonsten gibt es auch noch die Firma "Breadmean", die Brot in manchen Supermärkten verkauft. Einfach Augen offen halten :D

Sonntag, 29. März 2015

Unser Beileid


Manchmal passieren Dinge mit denen keiner rechnet. Ereignisse, die so schrecklich sind, dass man nicht weiß wie man damit umgehen soll. Und so hat mich und viele andere Austauschschüler aus der ganzen Welt, der Flugzeugabstruz ziemlich geschockt. Besonders der Fakt, dass in dem Flugzeug auch andere Austauschüler waren, die viel zu früh von uns gegangen sind. Sie werden uns immer daran erinnern jeden einzelnen Tag unseres Lebens zu genießen.


Mit dem Video möchten wir zeigen, dass es auf der ganzen Welt Menschen gibt, die tief betroffen sind. Wir möchten Angehörigen, Freunden, Verwandten und vor allem Eltern Kraft geben mit dem Schicksalsschlag zurechzukommen.

P.S. Wie viel Arbeit in so einem Video steckt, merkt man erst wenn man selbst ativ daran mitarbeitet. So haben 18 andere und ich die Nächte zum Tag gemacht um das fertig zu bringen, was unser großes Ziel war: ein Video, bei dem wir hoffen, dass es bei den betroffenen Menschen ankommt ihnen hilft, das zu verarbeiten, was so ungluablich viel Kraft kostet. Wir haben unglaublich viele Fotos von über 50 anderen Austauschhülern zugeschickt bekommen und hoffen wirklich, dass unsere Botschaft ankommt. Deshalb wenn euch das Video gefällt, teilt es, erzählt darüber und helft mit es zu verbreiten.



Nachtrag:
Das Video ist mittlerweile in Deutschland nichtmehr aufrufbar, da es das Lied „Geboren um zu leben“ von Unheilig enthielt und dieses Urheberrechtlich geschützt ist. Doch das ist nicht schlimm. Wir haben viel mehr erreicht, als wir uns jemals erträumt hätten. Kaum war es im Netz hat es sich unglaublich schnell verbreitet. Innerhalb von den ersten 4 Stunden hatten wir schon 4 000 Aufrufe. Sämtliche berühmte Facebook Seiten haben es geteilt und unser Verbreitungsradius wurde unglaublich groß. „Das Video ging richtig ab“, wie es einer von uns beschrieb. Nach 24 Stunden im Netz hatten wir schon mehr erreicht, als wir jemals gedacht hatten. Das Video wurde auf der offiziellen Gedenkseite des Gymnasiums und von Germanwings veröffentlicht. Wir haben so viel positive Kritik bekommen, dass wir einfach nur noch aus dem Häuschen waren. Sogar die Bundesregierung persönlich hat uns angeschrieben uns gefragt, ob sie die Erlaubnis bekommen zu verbreiten. Politiker, Schauspieler, YouTuber und andere berühmte Persönlichkeiten haben sich bei uns gemeldet und sich unglaublich für unsere Mühen und die geniale Idee bedankt. Weiter ging es mit Pressegesprächen und die Veröffentlichung in Zeitungen und Nachrichten. Die Kommentare unter dem Video haben uns zu Tränen gerührt und wir sind alle unglaublich Stolz, aus das was aus einer kleinen Idee geworden ist. Und das wichtigste es kam an. Es war da, um vor allem Familien und Freunden der Opfer in dieser schweren Zeit zu helfen. Wir haben gelernt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur will. Und dass wenn man sich dafür einsetzt, man wirklich helfen kann. Hier erwähne ich nochmal, dass die ganze Aktion mit der Idee und der Mühe von nur 18 Austauschschülern entstanden ist und uns die Macht des Internets geholfen hat, die heute 15 000 Aufrufe auf dem original Video auf YouTube zu erreichen. Danke!!!

Samstag, 28. März 2015

Rugby

Heute Abend war es so weit. Endlich konnte ich ein Rugby Spiel nicht nur auf dem Fernseher zu Hause verfolgen, sondern live. Ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut und es hat sich gelohnt :D



Am Eingang vom Stadion war die Hölle los. Überall Menschen mit gelben Fahnen und gelb-schwarzen T-Shirts. Die Hurricanes hatten im Westpac Stadium in Wellington ein Heimspiel. Noch war es hell und warm und alle freuten sich unglaublich auf das Anstehende Spiel. Die Stimmung war unglaublich gut. Fangesänge, auch wenn sie nicht ganz so laut waren wie in Deutschland. Kleine Flaggen und viele Anfeuerungsrufe. Ich hatte meinen persönlichen Gäste VIP Pass und so hatte ich nicht nur mein erstes Rugby Spiel vor mir, sondern dass ganze auch unter VIPs in der Lounge. Hier gab es es wirklich alles, was das Herz begehrt über essen. Und so ziemlich an jeder Ecke einen Fernseher und Tische, wo man essen konnte. Man hatte die Wahl, dass Spiel von den VIP Plätzen draußen zu sehen, oder drinnen durch die Scheibe. Da ich einfach näher am Geschehen sein wollte, sind wir rausgegangen.

Ziemlich schnell ging los. Und ich war froh, dass das nicht mein aller erstes Rugby Spiel war, denn da richtig durch zu blicken ist gar nicht so einfach. Das erste Spiel sah für mich eher so aus: Sich unnötig auf einen Haufen übereinander schmeißen, irgendwie den Ball hin und her passen und falls die Spieler die andere Seite erreichen, freuen sie sich so stark, dass sie den Ball über eine Latte kicken. Dann gibt’s Applaus und irgendeine Anzahl von Punkten.  Aber ich habe so das Gefühl mit jedem Spiel wird mein Verständnis besser und so habe ich die Regeln jetzt zum Glück relativ gut drauf. Einfach erklärt geht es darum den Ball auf der anderen Seite über die Linie zu bekommen. Man darf jedoch nur rückwärts passen und es gibt viel Körperkontakt. Erreicht man die andere Seite, bekommt man einen try und darf den Ball über eine Stange schießen. Hat so was von einem Hochschuss in den Himmel :D Dann gibt’s Punkte und das Team mit den meisten Punkten gewinnt. Ich vertiefe das hier jetzt nicht weiter und belasse die Regeln mal einfach. 

Das Spiel an sich war ziemlich spannend, und ich war erstaunt wie schnell die erste Hälfte (40 min) rum war. Es war richtig wtzig als manchmal Möwen durch das Stadion geflogen sind und man sich schwer tat sie von dem Ball zu unterscheiden, wenn es gerade einen Hochschuss gab :D

im Hintergrund erkennt man ein großes Kruezfahrtschiff.
Sellt euch vor das Ding ist größer als ein Stadion,
dann wisst ihr ungefähr,
was für Schiffe hier im Hafen in Wellington ankern.
In der Pause hat eine Tanzgruppe einen Tanz aufgeführt, allerdings waren die ziemlich schlecht und das hat irgendwie keinen so richtig interessiert. Außerdem gab es, wie beim Fußball, Handball,… in Deutschland Würstchen, allerdings sind auch kleine Pies (salzige Kuchen mit Käse+ Fleisch)und Pommes ziemlich beliebt. Was mich ziemlich erstaunt hat, war das so gut wie kein Alkohol getrunken wurde. In Deutschland wird  bei einem Spiel Bier ausgeschenkt ohne Ende, aber Neuseeländer ticken anders. Alkohol ist um einiges teurer und es ist einfach nicht üblich das oft zu trinken. Während dem Spiel sind Menschen rum gelaufen die Donuts verkauft haben. Als mein Gastvater gemeint hat, ob ich einen Donut will, kam mir das so überhaupt nicht richtig vor. Ich mein stellt euch vor in Deutschland würden bei einem Fußballspiel Menschen rumlaufen, die Donuts verkaufen :D 

Die zweite Hälfte war teilweise ziemlich langweilig, da das Spiel oft unterbrochen wurde. Die Zeit wird übrigens nicht angehalten und am Ende gibt es auch keine Nachspielzeit. Ich bin der festen Überzeugung, dass man mindestens 10 Minuten hätte nachspielen müssen. Die Stimmung war gut, aber irgendwie anders als in Deutschland. Wir haben am Ende das Spiel mit 36 zu 12 gewonnen. 

Die Menschen waren zwar ziemlich laute Stimmungsmacher, aber es hat so die ultra Ecke gefehlt mit den grölenden Fans gefehlt. Trotzdem war es einfach ein unglaublich tolles Erlebnis dabei gewesen zu sein und ich glaube ich werde es nie vergessen.
so sehen Sieger aus :D
Ich falle jetzt halb gleich richtig KO ins Bett und freue mich schon auf Sonntag, denn das gehe ich schon wieder ins Stadion und es steht Netball auf dem Programm. Und ich freue mich auf das nächste Rugby Spiel am Freitag, wo ich dann zum dritten Mal ins Stadion darf :D

Dienstag, 24. März 2015

Goodbye/Sayounara (さようなら)

Das Ende von  Term 1 rückt immer näher. Somit freue ich mich nicht nur über die anstehenden Ferien, sondern muss auch Abschied nehmen von Austauschschülern, die wieder nach Hause müssen. So hieß es für zwei super liebe Mädchen aus Japan Abschied nehmen und nach Hause fliegen.
Es ist echt schade, goodbye zu sagen, denn wir sind in den letzten Tagen und Monaten durch dieselben Phasen gegangen. Wir waren alle Neue, in einer Schule, die viel zu groß ist um sich alleine zu Recht zu finden. Wir hatten alle so unsere kleinen Verstädigung s probleme und unglaublich viel Spaß, wenn Dinge einfach falsch verstanden wurden. Ich werde euch vermissen und habt eine ganz gute Heimreise.

Goodbye Jay (mitte)
Goodbye auch an Meru, irgenwie habe ich es verpasst ein Foto von uns beiden zu machen, trotzdem bleibst du mir auch ohne in guter Erinnerung :)

Und auch für meine Gastschwester hieß es Abschied nehmen. Schon letzten Mittwoch, stieg sie in den Flieger und ich bin mir sicher, sie ist gut in Japan gelandet. Auch wenn sie nur für 11 Tage meine Gastschwester war und wir die ein oder anderen Probleme hatten uns zu verständigen, hatten wir eine wunderbare Zeit zusammen. Denn wofür gibt es Hände, Füße und Papier. Irgendwie weiß man sich immer zu helfen :D Am Abend vor ihrer Abreise fand eine kleine Verabschiedungsfeier statt. Nicht an unserer Schule, sondern am HIBS (Hutt International Boys' School). Ich war nicht das erste Mal an der Schule, aber trotzdem einfach echt beeindruckt, da die Schule nochmal um einiges moderner ist als mein College. Und schon das fand ich echt gut ausgestattet. An der Feier wurden Lieder gesungen, spiele gespielt und am Ende Goodbye gesagt. Ich war wirklich traurig, da Gastschwester in den 11 Tagen, die sie hier war ein bisschen wie eine richtige Schwester geworden ist. Ich find’s schade, dass sie nur so kurz da geblieben ist. 
Goodbye Nodoka
Nodoka, ich hoffe du bist gut in Japan angekommen und denkst manchmal an deine unglaublich tolle Zeit zurück. Zum Abschied habe ich eine richtig süße Abschiedskarte und eigene Essstäbchen bekommen. Ich verzweifle immer noch total, wenn ich damit versuche zu essen. Aber ich kann ja jetzt mit meinen Stäbchen trainieren. Wie man damit Reis essen soll, bleibt mir ein Rätsel. Ich verzweifle schon mit Brokkoli :D und das ist um einiges größer. 
sind die Stäbchen nicht süß?! :D
Igrendwie ist es so unvorstellbar, dass ich schon einen ganzen Term hier bin. Die Zeit rast sooooo verdammt schnell. Es passiert jeden Tag irgendetwas neues aufregendes und mir kommt das überhaupt nicht so vor, als wäre ich schon seit 2 Monaten von zu Hause weg.

Sonntag, 22. März 2015

Wie man mit Fish and Chips abnehmen kann?

Über die Essensgewohnheiten der Neuseeländer


In Neuseeland ist man, egal wo man sich befindet, nie mehr als 128 km vom Meer entfernt. Und deshalb gehören Fisch und Meeresfrüchte zu den Hauptbestandteilen der Malzeiten. Trotzdem wird in Neuseeland mehr Fleisch gegessen als Fisch. Allgemein kann man sagen, dass man außerdem ziemlich viel mit Kartoffeln und Mais ist. Salat gibt es auch allerdings ist man das üblicherweiße ohne Soße oder nur mit Majo, was nicht so meins ist.


Getrunken wird fast nur Leitungswasser, was hier (Wellington) leicht nach Chlor schmeckt. Am Anfang hab ich echt gedacht, das kann man wirklich nicht trinken. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich dran und mir ist vorgestern aufgefallen ich schmecke den Chlorgeschmack gar nicht mehr. Ich dachte auch, dass ich hier nie überleben kann, weil es fast kein Wasser mit Kohlensäure gibt und wenn doch ist es sehr teuer und schwer zu bekommen. Aber man passt sich an und da ich weiß es geht nicht anders, ist es einfach so. Auch daran kann man sich gewöhnen. Und ich habe festgestellt es ist gar nicht so schlimm nur Leitungswasser zu trinken. Natürlich gibt es auch Saft, Cola,.. aber das trinkt man nicht dauerhaft. Und es gibt noch ein spezielles neuseeländisches Getränk, was L&P (Lemon & Paeroa) heißt und wirklich nur in Neuseeland zu bekommen ist. Es ist natürliches Mineralwasser mit ein bisschen Zitrone und irgendjemand hat entdeckt, dass das gut schmeckt und die Idee mit dem neuem Getränk war geboren. Die Neuseeländer lieben es und ich auch :D

Frühstück:
Die meisten nehmen nur ein kleines Frühstück zu sich. Meistens getoastetes Toastbrot mit Marmelade oder Vegemite/Marmite. Vergemite und Marmite ist so ziemlich dasselbe und beinhaltet Obst und Gemüse zusammengemixt und soll besonders gesund sein. Schmecken tut es mir definitiv nicht. Meine erste Erfahrung damit war auch nicht der hammer. Ich habe schon häufiger davon gehört und dachte ich probier’s einfach mal, das kann ja nicht so schlecht sein, wenn das alle dauernd essen. Habe mir also nen Toast genommen und das so draufgeschmiert wie Nutella. Sprich relativ dick. Und als ich es essen wollte, bin ich vom Geschmack fast Tod umgefallen. Das ist richtig bitter und echt salzig. Meine Gastmutter hat mich noch Wochen danach ausgelacht, weil man das normalerweise nur ganz dünn auf das Brot schmiert. Und auch sie hat gemeint, so dick wie ich das drauf hatte, kann selbst sie das nicht essen. Naja meine Entscheidung das Zeug nie wieder zu essen steht fest, denn auch beim zweiten Mal (diesmal dünner)konnte ich nicht mehr als einen Bissen runterbekommen.  Warum die Neuseeländer das essen können und ich nicht, liegt daran das die von klein auf an den Geschmack gewöhnt sind.
Außerdem gibt es verschiedene Cereals (Cornflakes und die berühmten Weet-Bix). Das sind Cornflakes die zusammengepresst wurden zu kleinen viereckigen Klötzen. Sie sind sehr beliebt, da sie  besonders wenig Zucker enthalten, aber die meisten Neuseeländer hauen vier Esslöffel Zucker oben drauf und da verstehe ich einfach die Logik nicht :D Weet-Bix kann man mit Obst (z.B. Banane) essen und normalerweise ist man die mit Milch. Es gibt aber auch Neuseeländer, die sie mit Wasser essen. Wem’s schmeckt. Ich möchte mein Müsli eigentlich nicht mit Wasser essen.
Dazu gibt es Café, Schwarztee mit Milch oder Milo (eine Art heiße Schokolade, die man aber mit 90% heißem Wasser und 10% Milch trinkt). Auch weit verbreitet ist Up&Go. Das ist eine Art Wasser-Milchgetränk mit verschiedenen Geschmäckern. Auch hier wieder mehr Wasser als Milch.
Milch ist hier relativ teuer und ich denke deshalb ist es einfach weit verbreitet manche Dinge mit Wasser zu trinken, was in Deutschland nur mit Milch getrunken wird. Auch Käse ist relativ teuer und wird normalerweise nicht zum Frühstück gegessen. 

Morning Tea (Frühstückspause):
Findet in der Schule statt und ist eigentlich so gut wie dasselbe wie in Deutschland. Nur muss ich jedes Mal überlegen, was ich gleich essen will und was erst später in der Mittagspause. Meistens esse ich nur einen Müsli Riegel oder einen Keks. Am Wochenende gibt es zu der Zeit meistens Café, Milo und Kekse.

Lunch (Mittagessen):
Ist eine kalte Mahlzeit und wird in der Schule oder bei der Arbeit ungefähr gegen 13.00 Uhr eingenommen. Es besteht aus einem weichen Toastbrot mit Käse oder Schinken, ein bisschen Obst (meistens Apfel),  einer kleinen Tüte Chips, Müsliriegel und einem Keks. Normales deutsches Brot gibt es hier nicht und es hat so ziemlich alles Toastbrotkonsistenz und dunkles Brot gibt es leider auch nicht. Das aller Beste ist das Roggenbrot im Supermarkt. Bei uns würde man es als normales Toastbrot bezeichnen, was etwas dunkler ist. Aber mit der Bezeichnung Roggenbrot würde der reinste Skandal ausbrechen, da es definitiv nicht das Roggenbrot ist, was man sich unter dem Namen eventuell vorstellt. 
so sah mein Lunch bei meiner alten Familie aus
Lunch bei meiner neuen Familie
Dinner/Tea (Abendessen):
Ist die Hauptmahlzeit und besteht aus einem warmen Gericht. Man isst meistens zwischen 18.00 und 19.00 Uhr. Das ist die wichtigste Mahlzeit und es wird von den meisten Familien erwartet, dass sich alle Familienmitglieder zum Essen einfinden. Zu essen gibt es immer verschiedene Dinge und meistens ist das Abendessen ziemlich aufwändig gekocht. Auch Fastfood ist hier längst angekommen und so gibt es in vielen Familien einen Fastfood-Day in der Woche, wo das Abendessen von McDonalds, Subway, Pizza Hutt und Co. kommt. Mein absolutes Lieblingsgericht hier ist und bleibt aber Fish and Chips (panierter Fisch mit Pommes). Typisch ist es das direkt aus dem Papier zu essen. 

Desserts (Nachtisch):
Sehr oft gibt es nach dem Abendessen auch einen kleinen Nachtisch z.B. Pudding, Kekse, Eis,… Der Nationalnachtisch ist Pavlova. Eine Art Meringue Torte mit Sahne überdeckt und Früchten oben drauf, meistens Kiwis und/oder Erbeeren.

Doch zurück zu meiner Überschrift, wie man mit Fish and Chips abnehmen kann? Normalerweise gar nicht, da Fish and Chips sehr ungesund sind und auch das typische Neuseeländische essen nicht dem gesund, sondern eher sehr sehr ungesund entspricht. Ich weiß noch, wie ich auf dem Vorbereitungsseminar und Orientierungsseminar mehrmals gewarnt wurde, dass es üblich ist um die 15 kg zu zunehmen. Und die Mädchen unbedingt auf ihren Körper aufpassen sollten, damit wir nicht als Kugel nach Hause kommen. Die 15 kg fände ich zwar nicht der hammer, wäre aber auch nicht schlimm, da sie nach dem Aufenthalt auch wieder weggehen, da sich die alte Essens Gewohnheit wieder zurückkommt. Doch ich bin von dem 15 kg zunehmen sehr sehr sehr weit entfernt. Seit ich hier bin habe ich nämlich nicht, wie der Durchschnitt zugenommen, sondern abgenommen. Und nicht gerade wenig. Als ich das letzte Mal auf die Waage geschaut habe, waren es ganze 8kg. Und das mit einmal die Woche Lieblingsessen Fish and Chips. Klingt unmöglich? Ist es nicht, denn ich bin hier zum Sport-Ass mutiert. Neben dem harten Fechttraining, Handball und Outdoor Education und dem extra Outdoor Education Programm gehe ich mit meinen Gasteltern morgens vor der Schule Schwimmen und auch gerne mal nach der Schule, um mich ein bisschen abzukühlen und den Kopf frei zu bekommen. Dass ich jetzt auf einem Berg wohne und die Schule im Tal ist mach die ganze Sache mit dem Gewicht nicht besser. Denn den Bus nehmen finde ich unnötig und deshalb laufe ich jeden Mittag nach der Schule 30 min einen ziemlich steilen Berg hoch. Und es geht wirklich 30 Minuten aufwärts. Morgens ist das voll angenehm und mittags treibt dich der Berg echt an deine letzten Grenzen und Schweißperlen auf die Stirn. Aber so ist das, wenn man aus dem Wohnzimmer einen schönen Blick haben will, muss man den Berg in Kauf nehmen. Ich denke die meisten Leser finden es richtig toll abzunehmen, ich allerdings nicht so. Denn ich habe so abgenommen, dass mir meine ganzen kurzen Hosen nicht mehr wirklich passen und so habe ich jetzt angefangen mittags Eis zu futtern und mir Chips rein zu hauen um nicht noch mehr abzunehmen. Aber irgendwie funktioniert das nicht so gut. 

Trotzdem mag ich das essen in Neuseeland total, auch wenn ich das gute deutsche Brot, Würstchen und verschiedene Sorten Käse sehr doll vermisse.  Doch es gibt auch ein Gerichte, die ich in Deutschland vermissen werde. Und dazu zählen 2 Minuten Nudeln, die man nur ein eine Schale gibt, heißes Wasser drüber gibt, 2 Minuten warten und fertig. Und das andere ist Fish and Chips, was ich einfach unglaublich gerne esse.  Ich glaube das habe ich jetzt viel zu oft in diesem Post erwähnt :D