Freitag, 27. Februar 2015

Impressions Wellington (ein Bilder Post)

Letzte Woche bin ich am Wochenende mit zwei Freundinnen nach Wellington gefahren. Ich habe mich dazu entschieden diesen Post mit Bildern zu gestalten. Da ein Bild einfach mehr aussagt als tausend Worte.

Gestartet ist unsere Reise am Bahnhof und da kam die erste große Überraschung, denn wir haben vergeblich nach einem Fahrkarten Automaten gesucht. Bis uns jemand darauf hingewiesen hat, dass man die hier im Zug kauft. Also sind wir in mit einem bisschen mulmigem Gefühl in den Zug eingestiegen. Und siehe da man konnte die Fahrkarten wirklich im Zug kaufen. Hier hat es einen extra Zugbegleiter, der immer aufpasst welche Leute gerade eingestiegen sind und an diese dann die Fahrkarten verkauft. Wieder was gelernt. :D
Die nächste Herausforderung war es den richtigen Weg zu finden. Denn in einer großen Stadt wie Wellington ist das gar nicht so einfach. Wir hatten aber nicht so Lust auf den Stadtplan und so sind wir den ganzen Tag etwas orientierungslos durch die Stadt gelaufen. Das war aber trotzdem schön und so kam man an Orten vorbei, die vielleicht in keinem Reiseführer stehen. Oder doch? Vielleicht hätte ich doch einen lesen sollen. Naja, ich hab ja noch ein halbes Jahr Zeit :D

Leider war das Wetter nicht so der hammer.
Und die mitgebrachte Sonnencreme wartete vergeblich auf ihren Einsatz.

Hier fanden Dragon Boating Wettkämpfe statt
und es war richtig lustig den Teams zu zuschauen

 Als es aber dann begann zu regen, endete unser Trip ganz schnell in einem Museum. Von dem ich immer noch nicht so genau weiß, ob es nicht eigentlich Eintritt gekostet hätte. So die Kassenkontrollen und Eintrittskarten habe ich nicht gesehen. Wir sind trotzdem rein. Nach dem Motto: "was schlimmeres als rausschmeißen können die nicht machen" und das war es uns wert. Das Museum war richtig toll und wahnsinnig aufwendig gestaltet. Leider hatten nicht nur wir die Idee, sondern auch viele andere und so war es an manchen Stellen etwas voll.
Nachdem das Wetter besser wurde konnte uns im Museum nichts mehr halten und es ging los mit der Stadterkundung.
In Wellington herrschte Cricket Fieber, da ein Tag vor unserem Trip der Cricket World Cup in Wellington stattfand. Und das DAS Ereignis hier ist.
Und los geht's... auf das Neuseeland gewinnt.
Ehrlich gesagt hab ich schon wieder vergessen wie das Spiel aus ging.
So spannend war es auch nicht.
Für mich besteht Cricket immer noch aus dem Sport,
bei dem man 8h Grundlos vor dem Fernseher sitzt.
der Platz vor dem Stadion war immer noch im Cricketflair.
Davor fanden Tänze und andere kleine Darbietungen statt


eine kleine grüne Insel

Ihr seht das Wetter wurde wirklich besser :D Zum Glück
Wir sind ein bisschen durch die Gegend geschlendert und mir ist aufgefallen, wie extrem sauber die Stadt ist. Man kann das ein bisschen mit Barcelona oder London vergleichen nur ist das noch sauberer. Es gibt sehr viele Glasgebäude und breite Straßen. Und was mir persönlich richtig gut gefällt ist, dass immer mal wieder zwischen den ganzen Straßen und Glasgebäuden kleine Grünanlagen mit vielen Bäumen und Gras sind. Das lässt die Stadt richtig nett aussehen und ist irgendwie echt schön.

Auf unserer Tour sind wir auch an zwei Kirchen vorbeigekommen. Ich kann euch darüber jetzt nichts genaueres sagen. Da ich nicht in den Kirchen drin war und ja wie schon erwähnt nicht mit einem Reiseführer in der Hand durch die City gerannt bin. Ich wollte einfach vermeiden so als typischer Touri gesehen zu werden. Denn ich bin ja eigentlich ein richtiger Einwohner von Neuseeland. Zwar nur ein halbes Jahr, aber ich finde das zählt trotzdem :D

Wir haben vergeblich versucht, die deutsche Bäckerei hier ausfindig zu machen. Ich weiß ganz sicher, dass es hier eine gibt nur die Frage ist wo?? Wellington ist groß. Und so hat uns der Weg dann doch zu den richtigen Touris geführt und wir sind in der Touristen Info gelandet. Hier konnte man ganz modern eine Nummer ziehen und wurde dann mit einer Computerstimme aufgerufen, wenn man an der Reihe war. "Eine schwere Aufgabe" war die Reaktion von der Beraterin (sagt man das so? denke ihr wisst, was ich mein) Gefunden haben wir dann eine. Leider nur im Internet. Denn die 45 min zu Fuß war uns das deutsche Brot dann doch nicht wert. Trotzdem vermisse ich es so sehr. Hier hat alles Toastbrot-Konsistenz und Schwarzbrot, von dem man mal richtig satt werden könnte? Fehlanzeige :-(
Ich komme bestimmt wieder, denn die Bäckerei will ich unbedingt finden. Leider macht so ein Ausflug ziemlich müde und so ging's nach ner kleinen Shopping-Runde wieder zurück zum Bahnhof.
..und dann ging es zurück nach Hause.
Auch der Bahnhof befindet sich im Cricket Fieber
und wurde geschmückt. Mir gefällt's :D
Es war wirklich ein richtig toller Tag. Auch wenn das Wetter am Anfang nicht so mitgespielt hat. Aber so haben wir auch Einblicke in ein Museum bekommen, in das wir sonst vielleicht nicht gegangen wären. Man muss immer das beste aus der Situation machen :D

Dienstag, 24. Februar 2015

Athletics Day

Sporttag!? klar kennt man. Aber so einen tollen habe ich noch nie erlebt. Hier stand nicht die Sportliche Leistung für Noten im Vordergrund, sondern Fun und Punkte sammeln für sein Haus. Das war mit viel Spaß, Anstrengung und am Ende Sonnenbrand und heißerer Stimme verbunden.


Letzte Woche fanden sich alle nicht zum Unterricht, sondern für den großen Sporttag morgens in der Schule ein. Die Uniform hatte heute Schulfrei und durfte zu Hause im Schrank eine Pause von der Schule machen. Jeder normale denkt jetzt, klar am Sporttag trägt man Sportkleidung. Beziehungsweise hier Sportuniform. By the way ist das meine Sportuniform :D Ich finde die ja genauso heiß, wie die andere Uniform. 

Aber falsch gedacht. Hier zieht jeder die Farbe an, die zu dem jeweiligem Haus gehört. Um auszudrücken, zu welchem Haus man dazugehört. Und damit man die richtigen Leute anfeuern kann.  Ich glaube von den verschiedenen Häusern hatte ich schon mal kurz erzählt. Ich gehe trotzdem nochmal kurz darauf ein. Es gibt hier vier verschiedene Häuser und jeder Schüler gehört einem Haus an. So ähnlich wie in Harry Potter. Und diese Häuser treten in verschiedenen Wettkämpfen gegeneinander an. Nicht nur am Sporttag werden Punkte gesammelt, sondern auch an ganz vielen anderen Aktivitäten, die über das Jahr hinweg stattfinden. Es gibt folgende Häuser:

Blake: Farbe Rot und benannt nach Sir Peter Blake, ein neuseeländischer Sportsegler, der nicht nur viele Wettbewerbe gewonnen hat, sondern auch als der Co-Kapitän des ENZA New Zealand, der  1994 bis 1997 die schnellste Zeit um die Welt gesegelt ist. Leider wurde er auf irgendeiner unbedeutenden (finde ich) Weltreise von Piraten erschossen. 

Hillary: Farbe Gelb und benannt nach Sir Edmund Hillary, ein neuseeländischer Forscher und Bergsteiger, der einer der ersten Menschen auf dem Mount Everest war und hier auf dem fünf Dollar Schein abgebildet ist
Te Kanawa: Farbe Blau und benannt nach Dame Kiri Te Kanawa, einer neuseeländischen sehr erfolgreichen, bekannten und viel geschätzten internationalen Opernsängerin

und zuletzt das Beste aller Häuser mein Haus… (ein kleiner Trommelwirbel)

JACKSON: Farbe Grün und benannt nach Sir Peter Jackson, ein neuseeländischer Direktor und Drehbuchautor, der unter anderem durch die Filme „Herr der Ringe“ und „Hobbit“ sehr bekannt ist

Ich sag nur “Jackson the best <3”. Wer will schon nach dem Mann auf dem fünf Dollar Schein benannt sein. Oder nach irgendeiner Opernsängerin die die Jugend hier kaum kennt. 

Nachdem sich alle, mit ihren Kostümen und mehr oder weniger stark bemalt, auf der großen Wiese eingefunden hatten ging es los. Jedes Haus ist einzeln eingelaufen und das war mit vielen typischen Haus Schlachtrufen und speziellen Songs verbunden. Ein Akt der einfach wahnsinnig klasse war. Hier hat man gemerkt, wie sehr man doch mit seinem Haus verbunden ist und unbedingt dazugehören möchte.
Egal ob gerannt oder Hoch gesprungen wurde, nie war man alleine und immer wurde man von Leuten aus dem Haus angefeuert. Der Ehrgeiz zu gewinnen war in allen Häusern sehr groß, da das Gewinner Haus einfach das größte Ansehen in der Schule bekommt. Und klar will da jeder dazugehören. 

Man konnte an normalen Aktivitäten teilnehmen, die im Wettkampfbereich nach Platzierung Punkte für das Haus und im Funmodus einen Punkt für das Haus gaben. Darunter waren: 200 Meter Lauf, 100 Meter Lauf, Weitwerfe, Diskuswerfen, Speerwerfen, Weit- und Hochsprung,… 


die Flaggen sind immer dabei, egal ob man rennt oder springt :D


neben diesen, gab es auch viele Fun Aktivitäten für die man jeweils einen halben Punkt für sein Haus bekam. Darunter waren:   
Mülltonnenrennen

Apfelessen

Fun Parkkur
 ... Stelzenlaufen, Wasserrutsche, ,… und noch viele mehr. Was hier aber am aller größten geschrieben war, war das Tauziehen. 

Jedes Haus hat Mannschaften, aus 20 Leuten bestehend, zusammengestellt. Jeweils eine Mannschaft pro Year (Klasse) weiblich und männlich. Ich wurde für Year 12 weiblich aufgestellt und unser Team hat gegen alle anderen Häuser gewonnen. Sprich dreimal!!! Jippppi. Wir sind einfach die besten. Sorry dass musste ich einmal mal erwähnen. 

Das waren einfach meine lieblings Kostüme :D
Am Ende vom Tag hatte ich nach sieben Stunden in der Sonne und vielen Anfeuerungsrufen, leider keine Stimme mehr und einen ziemlich heftigen Sonnenbrand. Wer jetzt kommt, wieso benutzt die denn keine Sonnencreme, dem soll gesagt sein, dass man in Neuseeland, auf Grund des zu großen Ozonloches ziemlich schnell einen Sonnenrand bekommt. Ich hatte Lichtschutzfaktor 50 drauf. Und nach 30 min war‘s schon passiert. Naja ich war kein Einzelfall und ich kann behaupten, ohne zu lügen, dass wirklich jeder einen Sonnenbrand hatte. Im Endeffekt haben leider alle Anfeuerungsrufe und Bemühungen nichts gebracht und mein Haus wurde nach allen Zusammenrechnungen letzter. *heul, heul* 1. wurde Blake, 2. Te Kanawa und 3. Hillary. Aber das war ja nicht die letzte Aktivität und ich bin mir sicher, dass unser Haus noch alle anderen eines Besseren belehren wird und wir die Punkteskala nochmal so richtig hochbringen, dass den anderen die Augen ausfallen vor staunen.

Freitag, 20. Februar 2015

International Barbecue

Vorgestern fand ein Treffen mit allen Interntionals, die momentan am Upper Hutt College sind statt. Es war richtig interessant, mal alle kennenzulernen und zu erfahren, aus welchen Ländern die meisten kommen. Es war einfach ein unglaublich tolles Erlebnis :D


Nach der Schule haben wir uns getroffen und sind gemeinsam zum Kaitoke Park gefahren. Das ist derselbe Park, in den wir an meinem Einführungstag nach den Tests gefahren sind. (Der, der aussieht wie im Dschungelcamp). Ich war erstaunt, wie viele Internationals wirklich momentan auf meiner Schule sind, denn man bekommt das überhaupt nicht so mit. Insgesamt sind wir 17. Und folgende Länder sind vertreten: Brasilien, Chile,  Indien, China, Japan, Thailand, Süd Afrika, Österreich und natürlich Deutschland :D Manche kannten sich untereinander, aber das waren nur die wenigen, die zusammen ESOL haben. ESOL ist für alle, die noch nicht so gut Englisch sprechen können und für die der normale Englisch Kurs deshalb zu schwer wäre. Hier werden alltägliche Dinge gelernt, die man eben als Grundkenntnisse braucht, um sich zurechtzufinden. Da ich aber nicht in ESOL bin kannte ich die meisten nur flüchtig. 

Gemeinsam  haben wir eine kleine Wanderung durch den Park gemacht und ich finde ihn einfach unglaublich toll. Hier fühlt man sich ein bisschen wie mitten im Dschungel. Zwischen den dicken Bäumen wachen Palmen und es hat alles ein richtig schönes hell- bis dunkelgrün. Immer wieder gibt es kleinere Hängebrücken und es ist einfach ein riesen Spaß, wenn alle gleichzeitig darüber laufen, da es schon etwas arg wackelt. Zum Glück musste ich auf der Brücke keine Fotos mehr machen, da ich das schon beim letzten Mal, als ich dort war, erledigt habe. Aber die Leute, die welche gemacht haben, hatten schon etwas Angst um ihre Kamera.

Nach der Wanderung haben wir zusammen Cricket gespielt. Ja hier spielt man in der Freizeit kein Fußball, wie in Deutschland, sondern Cricket. Ich glaube ich habe jetzt endlich die Regeln annähernd verstanden und ich bin froh, dass ich nicht ganz so planlos über das Feld gelaufen bin. Es war extrem warm und strahlender Sonnenschein und da uns auch durch das Cricket spielen ziemlich warm war, haben wir beschlossen im Fluss schwimmen zu gehen. Das war sooooo schön. Endlich eine kleine Abkühlung. Manche ganz mutigen (ich nicht) sind von den Felsen runter ins Wasser gesprungen und insgesamt war es sehr amüsant. Das Wasser war nicht besonders tief, aber gerade tief genug, um ein bisschen zu schwimmen. Und ehrlich gesagt hatte ich zu viel Angst zu springen, weil ich dachte ich schlage da voll auf den Steinen auf, obwohl mir versichert wurde, dass es an der Sprungstelle tiefer ist.

mutige Felsenspringer
das Bild ist leider etwas unscharf, aber da es das einzige Bild ist,
 welches ich von allen Internationals habe, wollte ich es trotzdem Posten
Nach der Abkühlung ging es zurück zum Grillplatz und die ersten Gastfamilien sind gekommen. Ich fand dass echt interessant, wie so die anderen Familien sind. Über alleinerziehende und junge und ältere Gasteltern war alles dabei. Auch Gastgeschwisten gab es sehr viele und ich war erstaunt, wie viele mitgekommen sind. Manchmal habe ich mir gewünscht auch so einen kleinen süßen Gastbruder zu haben. Denn die kleinen Kinder waren einfach so süß. Gegrillt wurde natürlich auch und so langsam hatten wir alle richtig Hunger. In Neuseeland ist es nämlich so, dass man mittags nur etwas Kleines isst und das besteht häufig aus Chips, Apfel und nem Sandwitch. Klar, dass dann irgendwann der große Hunger kommt. Gegrillt wurde von uns Internationals und das war ein Erlebnis für sich. Öl wurde mit Orangensaft verwechselt, die vegetarischen Würsten mit den normalen vermischt, Toast mit Butter bestrichen und in die Sonne gestellt, mit Plastikgabeln gegrillt, die duch die Hitze geschmolzen sind…

Über die Salatsoße gab es verschiedene Meinungen und am Ende gab es gab es leider nur einen Fertigmix aus der Tube (ich verstehe einfach nicht, wie man das essen kann), irgendeine mit Himbeeren (auch nicht das, was ich über meinem Salat haben will) und die dritte bestand zu 95% aus Mayonnaise (ich hasse Mayo). Ich habe dann meinen Salat, so wie eigentlich hier immer, ohne Soße gegessen. Ich muss demnächst unbedingt mal selbst einkaufen gehen und ne eigene Soße machen. 

Ich fand den Abend an sich richtig interessant, denn so hat man auch von anderen Schülern erfahren, wie das so in ihrem Heimatland ist und warum sie nach Neuseeland gekommen sind. Die Beweggründe waren vielseitig, was aber für alle zu traf war, dass sie ihr Englisch verbessern wollen. Und natürlich hatten wir jede Menge Spaß zusammen.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Das verstaubte Cello

Es stand jetzt sieben Jahre im Schulschrank und laut meiner Musiklehrerin, hat es nur darauf gewartet, dass ich komme es aus dem Schrank nehme und darauf spiele.


Schon an meinem Orientierungstag, an dem ich auch die Englisch Tests schreiben musste, wurde ich meiner Musiklehrerin vorgestellt. Es ging eher darum zu entscheiden, ob ich in Year 12 oder 13 Musikunterricht habe. Das ist aber im Prinzip völlig egal, da beide Musikkurse so klein sind, dass die Schule entschieden hat sie von der gleichen Lehrerin zur selber Zeit unterrichten zu lassen.  Die Kurse sind so klein, da Musik ziemlich hart sein soll im Vergleich zu anderen Fächern und ganz vielen wurde es zu schwer und sie sind aus dem Musikkurs rausgegangen. Ach wurde hier mehrmals erwähnt, dass die Schüler die Hälfte vom Stoff in den Examen nicht wüssten weil er einfach nicht regulär auf dem Lernplan steht und deshalb nicht unterrichtet wird. Examen sind Klassenarbeiten, die in ganz Neuseeland gleich sind und von allen geschrieben werden. 

 Ich habe der Lehrerin erzählt, dass ich Cello spiele und sie war sofort Feuer und Flamme. Sie hat mir erzählt wie sehr sie sich freut endlich wieder jemanden zu haben, der auf dem Schulcello spielt und das ich doch prima mit einer anderen zusammenspielen kann die Bratsche oder war es doch Geige spielt,…  (ich kürz das hier jetzt mal etwas ab) Sie hat sofort das Cello aus dem Schrank geholt, es mir in die Hand gegeben und gesagt ich soll es doch unbedingt mal ausprobieren. Und da begann die erste Schwierigkeit. Das Cello war nämlich nicht nur verstaubt sondern auch extrem verstimmt. Ich wurde in einen extra Raum geschickt, in dem auch ein Klavier stand und meine Lehrerin meinte, sie kommt in 15 min wieder zurück und ich soll in der Zeit das Cello stimmen. Es hörte sich einfach grauenvoll an. Viele Töne waren teilweise über eine Oktave falsch und der Bogen benötigte dringend Kolophonium. Ich hatte natürlich kein Stimmgerät dabei, das mir irgendwie helfen konnte. So habe ich also das Cello in die Hand genommen, mich neben das Klavier gesetzt und angefangen zu stimmen. Irgendwie habe ich es, auf mir unerklärliche Weise, geschafft. Und ich war selbst von mir überrascht, denn normalerweise stimme ich eigentlich immer mit einem Stimmgerät und das ist wesentlich einfacher. Als dann meine Lehrerin wieder kam wollte sie, dass ich ihr was vorspiele und damit kam das zweite Problem. Natürlich hatte ich keine Noten dabei und so ein ganzes Stück auswendig zu spielen ist dann fast unmöglich, wenn man seit zwei Wochen kein Cello mehr in der Hand hatte. Ich habe dann einfach drauf los gespielt und siehe da es hat geklappt und da war ich noch mehr überrascht, denn normalerweise kann ich bei Stücken nur den Refrain auswendig und ich habe wirklich noch nie ein ganze Stück, ohne es vorher noch einmal gesehen zu haben, auswendig gespielt. Meine Lehrerin war total begeistert. Sie erzählte mir, ich hätte das alte so lang nicht genutzte Cello wieder zum Leben erweckt und ich könnte die Musik fühlen und wüsste genau was ich mache, kein Zeichen von Unsicherheit. Sie fand den klang beeindruckend und wollte unbedingt das ich in ihrem Unterricht spiele. (Das habe ich mir nicht gerade eben ausgedacht, das hat sie wirklich fast wörtlich so gesagt) Wenn es nach ihr ginge dürfte ich das Cello sofort mit nach Hause nehmen, denn sie wollte dass ich auf keinen Fall irgendwas verlern, wenn ich jetzt nicht übe und dass ich immer darauf spielen kann, wenn ich Lust habe. Ist das nicht süß :D. Leider musste ich noch ziemlich viele Papiere ausfüllen und da diese über Gasteltern, Koordinator, Direktor, Musiklehrer, Office,… laufen hat das jetzt ganze drei Wochen gedauert bis ich heute das Cello bei mir im Zimmer stehen habe. Ehrlich gesagt hab ich schon fast nicht mehr damit gerechnet, dass das irgendwann mal was wird. Und als heute meine Mum zu mir meinte, dass sie das Cello heute mit nach Hause genommen hat und das es jetzt in meinem Zimmer steht war ich überglücklich.  Zum Klang vom Cello will ich jetzt doch noch was sagen, und zwar klingt es bei weitem nicht so schön wie meins zu Hause und trotzdem war auch ich überrascht, wie gut doch so ein altes, früher sehr viel genutztes, jetzt verstaubtes und lang im Schrank gestandene Cello klingen kann.

Montag, 16. Februar 2015

Unterschiede Deutschland und Neuseeland (in der Schule)

Da ich in Englisch nächste Woche darüber ein Referat (3 min) halten soll, dachte ich mir das wär doch was Interessantes für meinen Blog.  Eigentlich kann man hier das ganze Referat in der Schule schreiben, weil wir dafür echt viel Zeit bekommen und das ja als Hausaufgabe zu viel wäre. Das find ich mal ne gute Einstellung. Und stellt euch vor, dass ist das aller erste Referat, das die in ihrem Leben halten. (Erwähne nebenbei wir befinden uns in Klasse 12)

In Neuseeland:
  • beginnt die Schule meistens um 8.30 Uhr -9.00 Uhr (bei mir 8.40 Uhr) Jippi ausschlafen :D
  • hat man eine Schuluniform (hatte ich schon erwähnt, wie "toll" ich doch meine finde. Dieser Rock hat einfach extrem style) Der Wechsel der Sommer- und Winteruniform richtet sich nach einem Datum und nicht nach der Temperatur. Das wird bestimmt noch lustig :D
  • gibt es strenge Regeln bezüglich der Haarlänge, der Frisur, Tragen von Schmuck,... (seit Freitag ist das Tragen eines kleinen, nicht besonders auffälligen Nasenpiercings erlaubt, und das Resultat davon ist, dass jetzt ziemlich viele so schnell wie möglich einen haben möchten. Da fragt man sich, ob die Regeländerung so sinnvoll war)
  •  gibt es in vielen Schulen ein "House System". Jeder Schüler ist einem Haus zugeordnet und es finden verschiedene Wettbewerbe untereinander statt. Das Ziel davon ist, den Zusammenhalt zwischen den Jahrgängen zu stärken, meine zumindest mein Koordinator.
  • findet Sport überwiegend in der Schule statt. Und es gibt ein sehr großes Angebot an verschiedenen Sportarten. Training ist meistens 1-2x die Woche.
  • hat man in der „Oberstufe“ nur 5-6 Fächer und diese alle vierstündig. Man kann sich selbst aussuchen, was man machen möchte und es gibt wenige Vorschriften, die man bei der Wahl beachten muss.
  • gibt es echt coole Fächer wie Kochen, Outdoor Education, Photographie,... und ja dafür gibt es auch Noten, ich weiß bloß noch nicht genau, wie das gehen soll
  • wenn einem dass Fach nicht gefällt, zu einfach oder zu schwer ist kann man jeder Zeit in einen anderen Kurs wechseln (eine Klasse drunter, drüber) oder was anderes wählen
  • ist das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern viel entspannter und freundschaftlicher als in Deutschland. Hier wird zusammen Rugby gespielt (im Klassenzimmer) und rumgealbert.
  • ist der Unterricht viel lockerer gestaltet. Es gibt nicht den strukturierten Plan, an den sich ein Lehrer halten muss.
  • kann man auch persönliche Fragen während dem Unterricht stellen und über besonders spannende Erlebnisse am Wochenende sprechen, auch wenn es gerade null mit dem Unterrichtsstoff zu tun hat. (eine hat angefangen über einen Post auf Facebook mit dem Lehrer zu diskutieren)
  • kommen die Schüler zu den Lehrern. Jeder Lehrer hat so seinen eigenen Raum, indem er unterrichtet.
  • hier gibt es jeden Tag eine Klassenlehererstunde (25 min), von der ich den Sinn einfach nicht verstehe. Außer rumsitzen wird hier nichts groß gemacht
  • geht eine Schulstunde wirklich eine Stunde. Sprich 60 min. Was bei mir leider oft dazu führt, dass ich nach 45 min denke, jetzt ist es aber wirklich bald vorbei
  • hat man immer bis um 15.15 Uhr Schule. Außer Mittwoch, da endet sie Schule für alle aus Year 12 und 13 früher und zwar um 13.25 Uhr.
  • gibt es nicht Noten, wie bei und von 1-6, sondern not achieved, achieved, merit, excellence. es geht hier weniger drum die Aufgabe richtig zu lösen, was hier zählt ist dein Lösungsweg. Ist er richtig und einfach achieved und ist er sehr schlau durchdacht und mit vielen extra Informationen, die dein Wissen und Verständnis bestätigen dann kannst du auf ein excellence hoffen. Wobei ich sagen  muss, dass ist echt nicht einfach zu bekommen. 
  • hilft man sich bei Tests. Auch der Lehrer ist immer bereit auf Fragen zu antworten. Auch, wenn er dabei eigentlich die Aufgabe selbst löst. Öhm ja diese Logik. Auch Teamwork ist keine Seltenheit.
  • fahren die meisten Bus oder werden von den Eltern zur Schule gebracht
  • es gibt kein Lästern, kein Mobbing und es werden keine Mitschüler ausgeschlossen. Am Anfang hat mich das sehr verwundert, denn manche Menschen ziehen Lästern und Mobbing einfach magisch an und manche sind geborene Lästertanten. Das gibt es hier nicht. Jeder verhält sich jedem sozial gegenüber. Egal wie er sich verhält oder aussieht.
  • sind die Schulen verdammt gut ausgestattet. Über einen Klassensatz an Gitarren und modernen Laptops, in jedem Klassenzimmer Smartboards, Lehrer mit dem Sitzplan auf dem iPad, die neusten 100 Fotobücher in Photographie und in den anderen Fächern genauso, eine Bücherei, die von der Bücherzahl, der Stadtbibliothek Konkurrenz macht, Fechtausrüstung für mind. 50 Leute…
Das ist jetzt alles, was mir in den ersten beiden Wochen so aufgefallen ist. Ich muss jetzt los mein Fechttraining wartet :( Hoffentlich jetzt endlich mal OHNE Muskelkater am nächsten Tag. Man soll ja die Hoffnung nie aufgeben. 

Samstag, 14. Februar 2015

Valentinstag und Fasching vs. Cricket

Ja ihn gibt es so weit ich weiß auf der ganzen Welt. Und überall wird er ein bisschen anders gefeiert.

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In Neuseeland ist das irgendwie ein größeres Ding, als in Deutschland. Obwohl man auch da  in jedem Geschäft große und kleine Rosensträuße und diverse andere Dinge sieht. Hier in Neuseeland konnte man schon vor 14 Tagen anfangen die ersten Kleinigkeiten zu kaufen. Und ich dachte schon da, da sei ziemlich viel Zeug, was es da gibt. So in den letzte Tagen wurde das aber immer mehr und ich dachte heute echt beim Einkaufen: Wer soll denn das alles bitte kauen können? Naja so ist das halt in großen Supermärkten. Es muss immer genug da sein. Und am Ende landet die Hälfte im Müll. Ich kann das jetzt nicht auf ganz Neuseeland beziehen, aber ich schildere das von Wellington aus und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass es in den anderen Städten anders ist. 

In der Schule konnte man die komplette letzte Woche Rosen für bestimmte Personen kaufen. Bei den Rosen konnte man dazu sagen an welche Person sie geht und wann sie übergeben werden soll. Dazu konnte man Kleinigkeiten, wie Zettel, Schokolade,… abgeben. Ich habe mir eher gedacht, dass da nicht so viele mitmachen. Aber komplett falsch gedacht. Da der Valentinstag auf einen Samstag fällt, hat die Schule ihn auf den Freitag vorverlegt und das war wirklich ein riesen Ding. Es gab Freiwillige, die die Rosen verteilt haben. Sie sind in die verschiedenen Klassenzimmer gegangen und haben die Rosen feierlich übergeben. Manchmal wurden die persönlichen Botschaften vor dem ganzen Kurs vorgelesen und das war sooooo süß. Ich fand, dass auch immer lustige, wenn Jungs oder Mädchen Rosen von X bekommen haben. Da geht dann die Diskussion los, wer das denn sein könnte. Es gab auch ein Mädchen, das in jeder Stunde eine Rose bekommen hat. Natürlich vom gleichen Jungen. Das fand ich echt cool vom dem. Ich habe leider keine Rose bekommen. Aber das war mir von vornherein sowieso klar. Denn ich mein vom wem hätte ich denn eine bekommen sollen? Klar ich hätte mir auch selbst eine kaufen können, es gab sogar welche, die das gemacht haben. Aber so bin ich auch nicht. Das ist dann doch etwas Geld Verschwendung. Trotzdem fand ich die Aktion echt total toll. 

Ich wurde schon von einigen gefragt, ob es hier so was wie Fasching gibt. Und ich bin mir nicht ganz sicher, aber so was gibt es eigentlich nicht. Zumindest nicht in Wellington. Es gibt zwar so was Ähnliches in der Innenstadt, aber das hat mit unserem Fasching, der in Deutschland gefeiert wird eher wenig zu tun. Hier in Neuseeland findet momentan (also genauer seit heute) der Cricket World Cup statt und das ist um einiges wichtiger als Fasching. Die Regeln von Cricket habe ich immer noch nicht richtig verstanden, aber ich habe heute und die nächsten paar Wochen noch genügend Gelegenheiten dazu. 
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